Gedanken fühlen

Welche Gedanken bestimmen heute Deinen Tag ?  Schließe die Augen für 2 Min. Und beobachte, welcher Gedanke zuerst kommt und ob Du dazu ein Gefühl hast.

Kennst Du das ? Die Gedanken schießen wild durcheinander von einer Hirnwindung zur anderen. Du erledigst Deine Aufgaben, aber irgendwie bist Du nicht ganz bei der Sache oder Du tust die Dinge nicht in Einklang mit deinem inneren Erleben oder es fühlt sich sonst irgendwie nicht stimmig an. Auf jeden Fall bist Du immer in einer gewissen inneren Unruhe.

Die innere Einstellung zu dem was Du tust ist entscheidend dafür wie Du es tust. Manchmal erzeugt ein bestimmtes Gefühl unsere Gedanken, die wiederum unser Tun steuern. Ein anderes Mal ist es auch umgekehrt, dass bestimmte Gedanken ein Gefühl in uns erzeugen, welches ebenfalls auf unser Tun Einfluss nimmt. Dieses Wechselspiel läuft sehr oft unbewusst ab und es fühlt sich fremdbestimmt an.

Um diesen Prozess zu unterbrechen, ist es hilfreich sich seine Gedanken und Gefühle immer wieder bewusst zu machen. Das ist zugegeben keine einfache Sache und passiert nicht einfach von alleine, aber mit zunehmender Übung entwickelt sich ein Bewusstsein für den momentanen inneren Zustand.

Versuche heute folgende Übung:

Bevor Du heute eine Aufgabe erledigst, schließe zunächst Deine Augen und vertiefe deinen Atem. Über das Bewusstwerden des Atems verbindest Du Dich mit Dir selbst und lenkst Deine Aufmerksamkeit nach innen. Frage Dich selbst: „Welcher Gedanke wird als nächstes aufsteigen?“

Zunächst entsteht vielleicht ein kurzer Moment der Gedankenlosigkeit, was ein sehr eigentümlicher Moment ist. Aber kurz darauf wird ein Gedanke kommen. Ist es einer der Gedanken, die Du schon kennst ? Ist es ein Gedanke, welcher Dich immer und immer wieder bestimmt ? Versuche einmal ohne diesen Gedanken zu bewerten zu spüren, ob Du dazu ein Gefühl hast. Frage Dich dazu: „Wie fühlt sich dieser Gedanke an ?“​

Nimm auch dieses Gefühl, ohne Wertung war. Atme noch ein paar bewusste Atemzüge und schenke Dir dabei selbst ein inneres Lächeln, bevor Du wieder die Augen öffnest und Du Dich Deiner Aufgabe widmest.

- Vielleicht kannst Du eine subtile Veränderung in Dir wahrnehmen
-  Vielleicht ist Dir etwas klarer geworden, welche Einstellung Du im Moment    zu Deinem Tun hast und mit welchem Gefühl Du an die Sache herangehst. 

About the Author

Anja Ulrich, Yogatrainerin mit dem Schwerpunkt auf achtsam koordinierte Bewegung. "Jede innere Haltung drückt sich in einer äußeren Haltung aus"

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